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Vortrag zu 30 Jahre Städtepartnerschaft Jindřichův Hradec und Neckargemünd

Von der Künstlerbegegnung zur Städtepartnerschaft

Im Rahmen der 30-jährigen Städtepartnerschaft von Neckargemünd und der tschechischen Stadt Jindřichův Hradec begrüßte Bürgermeisterstellvertreter Maximilian Bernauer die Zuhörer im Festzimmer der FREIRÄUME in der Villa Menzer. Aus dem Freundeskreis der Städtepartnerstadt war der Wunsch gekommen, mehr über die Ursprünge der Städtepartnerschaft zu erfahren.

Der ehemalige Bundestagsabgeordnete Prof. Gert Weisskirchen war deshalb als Anstoßgeber für diese Partnerschaft zu einer Gesprächsrunde eingeladen worden.

Weisskirchen lenkte den Blick auf die verschiedenen Ströme der Dissidenten im kommunistischen Ostblock: Von russischen Dissidenten Sacharow über die polnische Solidarnos hin zur tschechoslowakischen Dissidentengruppe Charta 7. Mit deren Mitgliedern hatte Weisskirchen viele enge Kontakte. Eine Möglichkeit der Begegnung über den Eisernen Vorhang hinweg war die Kunst. Weisskirchen initiierte drei Kunstausstellungen mit südböhmischen Künstlern im Rhein-Neckar-Kreis – eine davon in Neckargemünd in der Galerie der Volksbank. Gesprächsleiter Alt-Stadtrat Winfried Schimpf erinnerte sich, dass neben ihm bei der Ausstellungseröffnung ein Mann die Rede Weisskirchens klammheimlich aufnahm – einer beiden kommunistischen „Aufpasser“. Aber die Änderung der Verhältnisse lag schon in der Luft.

Großes Lob bekam der anwesende damalige Bürgermeister Oskar Schuster von Weisskirchen für seine Offenheit gegenüber Beziehungen nach Südböhmen.

Im November und Dezember 1989 kam es dann zum Ende des kommunistischen Regimes in der sogenannten Samtenen Revolution. Die Beziehungen wurden dadurch stärker. In den Sommerferien 1990 pflanzten tschechische und deutsche Schüler junge Bäume im ehemaligen Grenzstreifen zu Österreich. Ende Juni 1991 startete der erste Schüleraustausch, der sich so rasant in den folgenden Jahren bis heute entwickelt hat. Eine Einladung durchs Prager Außenministerium und eine Einladung in die deutsche Botschaft sind Zeichen der Wahrnehmung dieses erfolgreichen partnerschaftlichen Engagements. Der Schüleraustausch ist inzwischen auch durch enge Zusammenarbeit der beiden jeweiligen Musikschulen hervorragend ergänzt worden.

Winfried Schimpf dankte Gert Weisskirchen und den interessierten Zuhörern. Helmuth Bühler warb für den nächsten Stammtisch des Freundeskreis Jindřichův Hradec am 30.6.2026 um 18 Uhr im Restaurant Weys Garden in Kleingemünd.