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Möglicher Ersatz für havarierte Neckarfähre

Dettelbachs Stadtrat gibt Fähre „Herta“ grünes Licht für Einsatz auf dem Neckar

In der Frage einer möglichen Ersatzfähre für die havarierte Fähre zwischen Neckarhäuserhof und Neckarhausen gibt es einen wichtigen Fortschritt, gut 170 Kilometer entfernt am Main: Der Stadtrat Dettelbachs hat in seiner Sitzung vom 26. Oktober 2026 einstimmig beschlossen, der Fähre „Herta“ eine vorübergehende Zweitkarriere auf dem Neckar zu ermöglichen.

Seit dem 29. September 2026 ruht der Fährbetrieb zwischen dem Neckargemünder Stadtteil Neckarhäuserhof und dem Neckarsteinacher Stadtteil Neckarhausen. Grund war eine Havarie, bei der die historische Seilfähre sowie die zugehörigen Masten erheblich beschädigt wurden. Die technischen Untersuchungen, ob und wann die beschädigte Fähre wieder in Betrieb gehen kann, liegen voraussichtlich Anfang November vor.

Die Stadträte Karl Hofstätter und Steffen Wachert machten sich umgehend nach der Havarie auf die Suche nach einer Lösung, um den Fährbetrieb schnellstmöglichst wieder in Betrieb zu nehmen. Fündig wurden sie in Unterfranken. In Dettelbach am Main steht mit der alten Fähre „Herta“ ein Schiff zur Verfügung, das grundsätzlich für den Einsatz am Neckar in Frage käme. Im Hintergrund entwickelte sich über die letzten Wochen ein intensiver Austausch zwischen den Bürgermeistern der Städte Dettelbach und Neckargemünd sowie den Stadtwerken Dettelbach als Betreibern der „Herta“.

Entscheidung lag zunächst bei Dettelbach

Bevor der Neckargemünder Gemeinderat, die Stadtverordnetenversammlung Neckarsteinach und der Kreis Bergstraße überhaupt über eine mögliche Fährverbindung mit der „Herta“ beraten werden konnten, musste zunächst eine ganz andere Frage geklärt werden: Will Dettelbach seine historische Fähre überhaupt abgeben? Diese Entscheidung lag ausschließlich bei den Dettelbacher Stadträten – und sie ist erfreulich eindeutig gefallen.

Konkret ist zunächst eine Vermietung der Fähre an die Städte Neckargemünd und Neckarsteinach für mindestens ein Jahr vorgesehen. Diese vorübergehende Lösung würde allen Beteiligten am Neckar die nötige Zeit geben, sich mit den in Arbeit befindenden Gutachten, Prozessen und Kosten auseinander zu setzen. Zugleich würde dies Dettelbach eine fundierte Entscheidung ermöglichen, ob „Herta“ langfristig ihren „Altersruhesitz“ am Main erhalten oder dauerhaft Neckargemünd und Neckarsteinach angeboten werden soll.

Offene Fragen vor dem nächsten Schritt

Mit der Zustimmung aus Dettelbach ist der Weg für einen möglichen Ersatzverkehr zwar frei, doch bis zur tatsächlichen Umsetzung sind noch einige Fragen zu klären: So muss unter anderem sichergestellt werden, dass alle Fährpächter die „Herta“ überhaupt fahren dürfen, da es sich – anders als bei der bekannten Neckargemünder Fähre – um eine freifahrende Fähre handelt. Offen ist, wie und zu welchen Kosten das Schiff vom Main an den Neckar transportiert werden kann, welche zusätzlichen Auflagen die Anlegestellen in Neckarhäuserhof/Neckarhausen erfüllen zu haben und welche weiteren Genehmigungen noch eingeholt werden müssen.

„Ich danke allen haupt- und ehrenamtlichen Beteiligten in drei Bundesländern für die zügige Lösungsfindung sowie ganz besonders dem Dettelbacher Stadtrat und meinem Kollegen Matthias Bielek für die positive Grundsatzentscheidung“, so Bürgermeister Jan Peter Seidel. „Das war ein ganz großer Schritt für die Aufrechthaltung des Fährbetriebes. Hinter den Kulissen geht es mit Nachdruck in beiden langfristigen Lösungsalternativen parallel weiter. Die betroffenen Fährbenutzerinnen und -benutzer bitten wir weiterhin um Verständnis für die aktuellen Einschränkungen, aber eine Lösung ist nun in greifbarer Nähe.“