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Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis: Hilfe für den Wald im Klimawandel

Regenerationsorientierte Bodenschutzkalkung im Stadtwald Neckargemünd ab dem 06. Juli 2026

Foto: Ulrike Riedl, KFA

Ab Montag, 6. Juli 2026, wird über dem unteren und oberen Stadtwald von Neckargemünd ein Helikopter zu beobachten sein, der den Wald mit Kalk berieselt. Auf einer Fläche von rund 245 Hektar werden per Helikopter Dolomitkalk sowie bei besonderen Nährstoffmängeln ein Dolomit-Holzasche-Gemisch ausgebracht. Die Maßnahme hilft dabei, die Bodenfruchtbarkeit wieder herzustellen, stärkt die Widerstandskraft des Waldes gegenüber den Folgen des Klimawandels und fördert die Bindung von Schwermetallen im Boden. Der Helikopter verteilt das Material gleichmäßig und umweltverträglich, ein Teil bleibt in den Kronen der Bäume hängen und gelangt im Laufe der Zeit in den Boden.

Die Ausbringungsmenge beträgt 3 bis 4 Tonnen pro Hektar, was etwa 300 bis 400 Gramm pro Quadratmeter entspricht. Während der Arbeiten kann es zeitweise zu Waldsperrungen und einer leichten Staubentwicklung kommen. Eine gesundheitliche Gefährdung besteht nicht. Waldbesuchende werden gebeten, die ausgeschilderten Sperrhinweise zu beachten. Es ist geplant, mit den Flächen in Neckargemünd zu beginnen. Die genauen Arbeitszeiträume auf den einzelnen Teilflächen stehen derzeit noch nicht fest.

Die Bodenschutzkalkung wird vom Kreisforstamt ausgeführt. Die Maßnahme stärkt die Lebensgemeinschaft Wald. Gesunde Wälder und belebte Böden sind natürliche Wasserfilter und Garant für sauberes Trinkwasser.

Die bundesweite Bodenzustandserhebung hat gezeigt, dass eine gezielte Kalkung von Waldflächen die vom Menschen verursachte Versauerung der Waldböden abmildert. 
Eine regenerationsorientierte Bodenschutzkalkung trägt somit dazu bei, die standortstypische Bodenfruchtbarkeit wiederherzustellen. Über die Zuführung von basischen Nährstoffen werden die Bäume in Ihrer Vitalität und Widerstandskraft gegenüber Trockenheit gestärkt. Gesunde Waldböden sind eine Grundvoraussetzung für ein vielfältiges Bodenleben und stabile Wälder. Wichtig ist außerdem die Ökosystemleistung der Waldböden als Trinkwasserfilter. Rund 70 Prozent unseres Trinkwassers im Land kommt aus bewaldeten Gebieten. Dabei ist für das Schutzgut Wasser ein gesunder Boden eine unerlässliche Voraussetzung.
 
Weil die regenerative Bodenschutzkalkung so wichtig ist, werden die Waldeigentümer im Privatwald mit 100 Prozent und im Kommunalwald mit 90 Prozent der Nettokosten aus Mitteln der Europäischen Union gefördert.

Einer Bodenschutzkalkung geht ein fast zweijähriger Planungsprozess voraus.
Grundlage ist ein bodenkundliches Gutachten der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) in Freiburg. Zur Kalkung vorgesehen werden generell nur Böden, bei denen eine starke Versauerung festgestellt wurde (pH-Wert i. d. R. unter 4,2, Basensättigung unter 15%). Im Rahmen der Planung werden die Belange des Arten-, Natur- und Wasserschutzes berücksichtigt. Bereiche, in denen zum Beispiel kalkungssensible Arten und Biotope vorkommen - sogenannte Ausschlussflächen - werden von der Kalkung ausgenommen. 
Die Planung und Überwachung der Maßnahme erfolgt durch das Kreisforstamt Rhein-Neckar-Kreis in Abstimmung mit den dortigen Behörden für Natur-, Boden- und Wasserschutz.