Sie sind hier: Startseite / Miteinander erfolgreich / Partnerstädte / Jindrichuv Hradec / Bürgerreise nach Jindrichuv Hradec

Bürgerreise in die Partnerstadt Jindrichuv Hradec

Begeisterte “Brückenbauer” weilten zum 30-jährigen Jubiläum in der Jindrichuv Hradec

Auf Initiative des informellen Freundeskreises Neckargemünd-Jindrichuv Hradec machten sich 43 Reiselustige aus Neckargemünd und Umgebung vom 4.-7. Juni 2026 auf den Weg in unsere südböhmische Partnerstadt. Die Reiseroute führte an der, beim letzten Mal besichtigten UNESCO-Stadt Böhmisch Krumau, mit seinem traditionellen Wassersportangebot (Kanu-Rafting) vorbei. Am beliebten Ferien- und Naherholungsgebiet des Lipno-Stausees entlang, erläuterte die mitreisende Frau Kruftova dessen Entstehung durch Aufstauung der Moldau in den 50er Jahren. Voll Vorfreude auf unser Ziel erreichten sie pünktlich das allseits bewährte Hotel Concertino am Friedensplatz in Hradec und wurden mit einem typisch böhmischen Knödelgericht begrüßt. Als wichtigste Kontaktperson für die Partnerstadtpflege begrüßte uns Magister Petr Kolar bereits vor dem Abendessen. Danach  begleitete er die Neuankömmlinge fürsorglich auf einem ersten abendlichen Rundgang entlang des Stadtteichs “Vajgar”. Dieser endete zu aller „Überraschung“ in einem Biergarten namens „Kapr pod Hradem“ (übers. „Karpfen unter der Burg“) direkt am Ufer des Nezarka-Flusses.

Am zweiten Tag fand der überwältigend herzliche Empfang im Trausaal des historischen Rathauses durch Bürgermeister Michal Kozár statt. Er zollte dem Freundeskreis besondere Anerkennung für die Initiative zu dieser Bürgerreise. Mit dem Austausch von Geschenken erwähnte Helmuth Bühler als Vertreter des Freundeskreises lobend die Ursprünge, Dauer und Intensität der inzwischen 30-jährigen Städtepartnerschaft. Dem langjährigen Förderer des Schüleraustauschs und ehemaligen Schulleiter Miroslav Vokác wurde ebenfalls herzlich gedankt. 

Die gerade neu eröffneten Museumsräume ein Stockwerk tiefer ließen das Herz aller Modelleisenbahn-Fans ganz sicher höher schlagen. Die danach besichtigte größte mechanische Volkskrippe der Welt, mit über 3000 Einzelteilen und 136 beweglichen Figuren, imponierte den Freunden der Städtepartnerschaft ebenfalls. Der Stadtrundgang mit Herrn Kolar führte trotz Regen am ehemaligen Jesuitenkolleg, der Hauptkirche St. Johannes, der Alten Synagoge vorbei, bis zum Jan Hus-Denkmal im gleichnamigen Park. Im ehemals jüdischen Viertel legte die Gruppe am Mahnmal für die ca. 300 ermordeten Mitbürger von Hradec eine Gedenkminute ein.

Bei der anschließenden Schlossführung kamen die spannenden Legenden der „weißen Frau“, der „schwarzen Küche“ und der „wundersamen Unversehrtheit“ des letzten Burgherrn Vilem Slavatá beim Prager Fenstersturz 1618 zur Sprache. Die im Innern reich mit Blattgold verzierte Kuppel des barocken Tanzsaals namens „Rondell“ bildete den krönenden Abschluss der spannenden Besichtigung.

Am dritten Tag stand ein Ausflug in die von drei Teichen umgebene Nachbarstadt Telsch („Telc“) auf dem Plan. Begleitet von durchgehendem Sonnenschein wurde die Gruppe von der sachkundigen Stadtführerin Frau Nowottna am unteren Stadttor in Empfang genommen. Im Zentrum der im 14. Jhd. von Zacharias von Neuhaus (Hradec) gegründeten Stadt mit ihren bunten Häuserfassaden befindet sich der längste rechteckige Marktplatz des Landes. Telsch wurde bereits 1992 neben Prag und Böhmisch Krumau in die UNESCO-Liste aufgenommen. Mit Blick auf den farbenfrohen Marktplatz und das Renaissance-Schloss mit Park nahmen einige noch ihr Mittagessen in der Sonne ein. Auch ohne Mittagsschlaf ging es direkt nach Jindrichuv Hradec zurück, wo Petr Kolar noch im Innenhof des ehemaligen Jesuitenkollegs eine Schüler-Modenschau präsentierte. Dabei wurden 5 der insgesamt 25 selbst entworfenen Modelle von einer sachkundigen Jury prämiert.

Neben dem offiziellen Empfang fanden erfreulicherweise auch noch diverse Begegnungen mit langjährigen Förderern der Städtepartnerschaft im privaten Rahmen statt. Der Tag fand seinen stilvollen Ausklang auf dem Friedensplatz, der von Infoständen und  kulinarischen Angeboten umringt war und von Live-Musik umrahmt wurde. Ein leckeres Abendessen im Hotel rundete den allzu kurzen Aufenthalt der 43 Teilnehmer ab, deren Herz laut hörbar für die „Brücke“ zwischen Neckargemünd und Jindrichuv Hradec schlug

Auf dem Heimweg legte die Reisegruppe in der Stadt “Tabor”, dem Zentrum der Hussitenbewegung aus dem 15. Jhd., noch einen 2-stündigen Aufenthalt ein. Dabei bot sich die Gelegenheit u.a. den Marktplatz mit Zizka-Statue, das Hussiten-Museum im Rathaus, die gotische Verklärungskirche sowie das Schokoladen- und Marzipan- Museum zu besichtigen. Für den stets reibungslosen Transfer auf der Bürgerreise zollten alle dem Busfahrer Andreas Hinz vom Reisebüro Mayer großes Lob und Anerkennung. Ein besonderer Dank gilt den Mitgliedern des Freundeskreises Neckargemünd-Jindrichuv Hradec, die diese eindrucksvolle Bürgerreise initiiert haben.