Sie sind hier: Startseite / Nah am Bürger / Aktuelle Meldungen / Pressemitteilungen / 2022-05-11_eea

Gezielt im Klimaschutz vorankommen mit dem „European Energy Award“

Stadt Neckargemünd startet Managementsystem

Blick von der Friedensbrücke

Deutliche Reduktion der Treibhausgasemissionen, Aufbau eines Energiemanagements und eine weitgehend klimaneutrale Verwaltung bis 2040 – diesen Zielen hat sich die Stadt Neckargemünd mit der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung Klimaschutz mit dem Rhein-Neckar-Kreis verpflichtet. Um diese ambitionierten Ziele zu erreichen, startet die Stadt mit dem Einsatz des European Energy Awards (eea). Auf dieses internetbasierte-Tool setzen europaweit schon zahlreiche Kommunen, um die Fortschritte ihrer lokalen Klimaschutzaktivitäten messbar zu machen, geeignete Maßnahmen in den ausschlaggebenden Handlungsfeldern zu finden, umzusetzen und sich miteinander zu vernetzen. Auch Neckargemünd und Wiesenbach, die beim Klimaschutz gemeinsame Sache machen, sind nun dabei. Die entsprechenden Beschlüsse der beiden Gemeinderäte waren am 8. Februar in einer gemeinsamen Sondersitzung jeweils einstimmig getroffen worden. Unterstützt werden die Gemeinden dabei von der Klimaschutzmanagerin Susanne Kurch und der Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur Heidelberg – Rhein-Neckar-Kreis gGmbH (KLiBA), in der beide Gemeinden Mitglied sind. Auf dem Weg zum eea steht der Stadt ein externer Berater der KLiBA zur Verfügung.

In der Auftaktveranstaltung im April brachte es der eea-Berater der KLiBA, Peter Kolbe, auf den Punkt: „Die Generation, die sich jetzt in der Verantwortung befindet, hat die große Möglichkeit, noch die Weichen für die zukünftige Lebenswelt zu stellen“. Der gegenwärtige Scheideweg werde zeigen, ob man den Schutz des Klimas durch eine wirksame Absenkung der schädlichen CO2-Emmissionen noch schaffen könne – je länger man damit warte, umso intensiver müssten die Bemühungen dann werden.

Auf Initiative von Bürgermeister und Stadtverwaltung soll vor Ort nun die eea-Zertifizierung helfen. Der eea ist ein Zertifizierungs- und Qualitätsmanagementsystem, das die Energieeffizienz und die Klimaschutzaktivitäten der Kommunen systematisch erfasst, bewertet, überprüft und dabei hilft, lokale Potenziale zur Steigerung der Energieeffizienz zu finden und nutzen. Sowohl die Anstrengungen als auch die Erfolge einer Kommune lassen sich damit neutral messen und vergleichen. Bürgermeister Frank Volk erklärt dazu: „Wir werden uns um die verschiedenen Themenfelder und Akteure kümmern, etwa in den Bereichen Mobilität, Ver- und Entsorgung, Kommunikation und Kooperation, Entwicklungsplanung und Raumordnung, kommunale Gebäude und Anlagen sowie interne Organisation. Erfolge in diesen Maßnahmenfeldern bringen entsprechend Punkte für die Zertifizierung und machen zugleich sichtbar, in welchen Bereichen wir Potenziale haben“. Dass auch in die Bewertung einfließt, was in Neckargemünd schon im Klimaschutz gemacht wurde, freut Bürgermeister und Gemeinderat der Neckarstadt besonders. Schließlich haben sie sich schon seit einigen Jahren dem Klimaschutz verschrieben: So wurden in Neckargemünd ein Klimaschutzmanagement und ein Klimaschutzbeirat etabliert, zahlreiche Maßnahmen an den eigenen Liegenschaften umgesetzt. Der Fuhr- und Gerätepark werden schrittweise umgebaut, und es gibt in vielen Bereichen Sonderaktionen des Klimaschutzmanagements – insgesamt wird damit ein deutlicher Fokus der Stadtentwicklung auf den Klimaschutz gelegt.

Das Land Baden-Württemberg fördert die Teilnahme am eea pauschal mit 10.000 Euro. Als erster Schritt wurde ein städtisches Energieteam, bestehend aus Bürgermeister Volk, städtischen Fachbereichsleitungen und Mitarbeitern sowie einem Vertreter des Klimaschutzbeirats und der Stadtwerke Neckargemünd gegründet. Es schließt sich eine umfangreiche Datensammlung an, die in einer Ist-Analyse mündet. Hier wird ermittelt, wo die Stadt Neckargemünd gegenwärtig steht. Darauf aufbauend wird ein energiepolitischer Maßnahmenplan aufgestellt, im Gemeinderat vorgestellt und beschlossen. Diesen Plan gilt es dann abzuarbeiten und jährlich nachzusteuern und zu prüfen. Alle 4 Jahre gibt es dann eine umfangreiche externe Prüfung und Bewertung. Ziel des Energieteams ist die Auszeichnung mit dem European Energy Award und langfristig die Erreichung der eea-Auszeichnung in Gold.

Nach der gemeinsamen „Kick-Off“ Sitzung mit dem Energieteam aus Wiesenbach und dem eea-Berater, Peter Kolbe, Ende April soll bis zum Ende des Jahres die Ist-Analyse erstellt werden. Ziel ist es, bereits für das kommende Jahr erste Sofort-Maßnahmen zu identifizieren und umzusetzen.