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„Ein Stück Normalität“ - Entspannte Badefreude in Neckargemünd

(Stadt Ngd) Nach den ersten vier Wochen Schwimmen unter „Corona-Bedingungen“ ziehen Betreiber wie Besucher des Terrassenfreibads in Kleingemünd ein positives Zwischenfazit. „Die Badegäste äußern sich sehr zufrieden“, weiß Schwimmmeister Andreas Dittrich zu berichten und lobt seinerseits, wie diszipliniert die Besucher alle Regeln des neuen Hygienekonzeptes einhalten.
In der Schwimmsaison 2020 läuft so manches anders. Wer in das Freibad gehen möchte, muss zunächst online über www.neckargemuend.de/Freibad einen von zwei täglichen Zeitabschnitten wählen und reservieren. Badezeit ist von 9 bis 13 Uhr und von 15 bis 19 Uhr. Dazwischen wird das Bad gereinigt und desinfiziert. Pro Zeitabschnitt sind maximal 800 Badegäste gleichzeitig im Freibad. Und noch etwas ist anders: statt eines festen Eintritts ist die Bezahlung freiwillig. Der Richtpreis von zwei Euro für Erwachsene und einem Euro für Kinder kann beim Betreten in eine Spendendose entrichtet werden. Auch Spenden sind willkommen und wer vorab bei der Stadt eine Unterstützerkarte im Wert von 50 Euro erwirbt, braucht an der Kasse nicht mehr nach Kleingeld zu suchen.
„Wir haben uns bewusst nicht am Wettlauf, wer zuerst sein Bad öffnet, beteiligt und von Anfang an alle am Betrieb des Schwimmbads Mitwirkenden in die Planung des Hygienekonzepts miteingeschlossen“, erläutert Bürgermeister Frank Volk, „vom Krisenstab über das Immobilienmanagement zu Ordnungsamt und Schwimmmeister.“ So konnten die rechtlichen Anforderungen der Corona-Verordnungen des Landes mit den tatsächlichen Begebenheiten vor Ort abgestimmt werden.

Und das Konzept geht auf. „Nur noch selten kommen Badegäste ohne Reservierung an die Schwimmbadkasse“, erzählt Dittrich weiter. Auch an Badefreunde ohne Zugang zum Internet ist gedacht. Diese können in der Tourist-Information und in den Ortsverwaltungen die Reservierung vornehmen lassen und den für den Eintritt benötigten QR-Code abholen.
Dass die Bezahlung freiwillig ist, verwunderte den ein oder anderen Badegast zunächst. Nach kurzer Erklärung kommt die Idee jedoch gut an und die meisten stecken etwas in die Spendendosen. Neben hygienischen hat diese „Spendenidee“ in erster Linie logistische Gründe. Durch die festen Zeitfenster, kommt der Großteil der Besucher eines Abschnitts zur gleichen Zeit zum Einlass. Zeitgleich sollen nach der Corona-Verordnung, Warteschlangen vermieden werden. Durch das Scannen und die freiwillige Bezahlung ist der Kontakt an der Kasse so verkürzt, dass 800 Personen in eineinhalb Stunden eingelassen werden können. Mit Bezahlvorgang würde sich dieser Zeitraum mindestens verdreifachen.
Vor Ort im Schwimmbad hört man von den Besuchern viel positives Feedback. Durch das Zwei-Schichtsystem muss nur einmal am Tag geräumt und gereinigt werden und der längere Badespaß sorgt für entspannte Badegäste.
In den ersten 24 Tagen waren insgesamt 14.062 Besucher im Freibad Neckargemünd, ziemlich genau halb so viele wie im gleichen Vorjahreszeitraum. Da vielen Schwimmbegeisterten das Wetter egal ist, waren auch am 16. Juli, bisher der Tag mit den wenigsten Besuchern, jeweils 50 Gäste pro Schicht im Schwimmbad. Der Tag mit den meisten Besuchern ist der vergangene Sonntag, an dem beide Schichten ausgebucht waren. Die Nachmittagsschicht ist eindeutig die beliebtere. Insgesamt zehnmal war sie schon komplett ausgebucht, vormittags kam eine Ausbuchung bisher nur einmal vor.

Das Konzept des Freibads wird laufend beobachtet und nachgebessert. So konnten bisher einzelne Attraktionen, die zunächst gesperrt bleiben mussten, vorsichtig geöffnet werden. Jetzt heißt es wieder „Freie Fahrt!“ auf der Rutsche im Edelstahlbecken. Im Naturbecken ist der 1m-Sprungturm freigegeben. Auch die Tischtennisplatten und das Volleyball auf der Liegewiese sind nun nutzbar.
Eine aussagekräftige finanzielle Bilanz lässt sich erst am Ende der Saison ziehen. Bisher fielen durch die Coronakrise zusätzliche Kosten für Desinfektionsmittel, neuangeschaffte Sprühgeräte und einen Sicherheitsdienst an, der zu Beginn am Einlass aushalf. Den Mehrkosten der Desinfektion selbst stehen Ersparnisse durch die entfallene Reinigung beispielsweise der gesperrten Duschen entgegen, so dass hier noch keine „Hausnummer“ genannt werden kann.
Auf der Einnahmenseite kann sich die Stadtverwaltung über bisher rund 200 verkaufte Unterstützerkarten freuen! Die Münzen aus den Spendendosen werden nicht taggenau ausgezählt, so dass auch hier vorab noch keine Bilanz gezogen werden kann.
Trotz zu erwartender Mehrkosten und weniger Einnahmen war und ist der Stadtverwaltung Neckargemünd sehr daran gelegen, mit dem Terrassenfreibad die Naherholung zu gewährleisten und damit auch ein wichtiges Stück Normalität zurückkehren zu lassen.