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Keine gute Idee: Abdeckplanen für Brennholzstapel

Immer wieder, wenn man durch Wald, Feld und Flur wandert, sieht man sie: Holzstapel, abgedeckt mit Plastikplanen. Auch in Wohngebieten finden sie sich manchmal in den Hausgärten. Bei manchen Stapeln sind diese Planen bereits sehr verrottet, auseinandergerissen und vom Wind in die umliegende Landschaft verweht worden. Solche Abdeckungen, die das Brennholz schützen sollen, stellen nicht nur eine Verschandelung des Straßenbildes oder der Waldlandschaft dar, sondern sie schaden dem Holz und der Umwelt.

Verrottet, aber nicht zersetzt

„Das liegt daran, dass das Plastikmaterial zwar verrottet, aber sich nicht vollständig zersetzt“, weiß Revierförster Uwe Reinhard. Es gelangt – Stichwort: Mikroplastik – über den Waldboden in das Grundwasser oder auf die Felder und von dort in Mensch und Tier. Daher ist es im Neckargemünder Wald, der nachhaltig bewirtschaftet wird und daher PEFC-zertifiziert ist, schon seit mehr als 20 Jahren verboten, Holzstapel mit Plastikplanen abzudecken. Die Waldarbeiter sind folglich angewiesen, die Plastikplanen von Holzstapeln im Wald ohne vorherige Rücksprache mit etwaigen Eigentümern generell zu entfernen. Im Übrigen – und das weiß nicht jeder – schadet das Abdecken sogar der Holzqualität. Damit Holz trocknet, muss es Wind und Sonne ausgesetzt sein. Beides ist nicht gegeben, wenn man die Witterungseinflüsse durch eine Abdeckplane verhindert.

Wirkung auf das Ortsbild

Im Siedlungsbereich außerhalb der Waldflächen ist es zwar nicht direkt verboten, Holzstapel mit Plastikplanen abzudecken, aber es wird zumeist nicht gern gesehen. Je nach Zustand machen solche Holzstapel einen heruntergekommenen Eindruck, und werden so oft genug zum Zankapfel in der Nachbarschaft. Entsprechende Beschwerden gehen immer wieder bei der Stadtverwaltung ein. Daher rufen Forstamt und Stadtverwaltung die Grundstückseigentümer, die Holz auf ihrem Gelände lagern, auf: Bitte verwenden Sie im Interesse der Umwelt und des gutnachbarlichen Miteinanders keine Abdeckplanen für Ihr Holz! Und falls es doch notwendig sein sollte, dann bitte nur UV-beständige Planen, die langlebiger sind.

Was macht Plastik in der Natur so schädlich?

Das Umweltbundesamt geht davon aus, dass Mikroorganismen nicht in der Lage sind, Kunststoffe vollständig zu zersetzen. Plastik enthält oft Stoffe (u.a. Weichmacher auf Phtalsäurebasis), die im Verdacht stehen, verschiedene Gesundheitsprobleme zu verursachen, von beeinträchtigter Fruchtbarkeit bis hin zu Krebs. Plastik ist außerdem biologisch „inert“, d.h. es reagiert wenig mit potentiellen Reaktionspartnern, wie etwa Luft und Wasser, und ist daher auch kaum einer Mineralisation unterworfen. Das bedeutet, dass Mikroplastikpartikel zwar kontinuierlich kleiner, aber nicht vollständig abgebaut werden.