Historisches Kleinod aus Schuttcontainer gerettet

Auf den Tag genau 100 Jahre ist der Druck alt, als Clemens Heck, Meckesheimer Gemeinderat und ehemaliger Ortsbeauftragter der THW Ortsgruppe Neckargemünd, dieses kleine historische Kleinod in die Hände der Stadt Neckargemünd übergibt.
Zum Ende des Ersten Weltkrieges druckte die badische vorläufige Volksregierung eine Plakatreihe zur Begrüßung der heimkehrenden Soldaten. „An die badischen Soldaten!“ prangt in großen altdeutschen Sütterlin-Lettern unter einem süßlichen Bild eines Soldaten, der auf einer Lichtung eine Frau umarmt. Ein Mädchen zu ihrer Rechten trägt schwer an einem Kranz, während ein Bub zur Linken eine große badische Flagge schwingt. Es folgt ein Textblock in dem das „alte System“ und „der maßlose Übermut des Militarismus“ für das „Unglück“ der „harten Waffenstillstandsbedingungen“ verantwortlich gemacht wird. Den heimkehrenden Soldaten dankt die vorläufige Volksregierung. Sie hätten mit ihrer „Tapferkeit die Heimat vor dem Schlimmsten, vor den Verwüstungen des Krieges bewahrt“. Den Abschluss des Drucks bildet eine Reihe Unterschriften.

Vor 18 Jahren hat Clemens Heck diesen Druck noch im letzten Moment vor der Abfallentsorgung gerettet. Damals half er bei Abrissarbeiten rund um das Dilsberger Kommandantenhaus. Als er eine Ladung Bauschutt in einen dafür vorgesehenen Schuttcontainer kippen wollte, erblickte er darin den gerahmten Druck aus dem Jahre 1918. „Da muss wohl jemand ohne Geschichtsempfinden am Werk gewesen sein“, vermutet Herr Heck schmunzelnd mit Gedanken an denjenigen, der den Druck so unachtsam in den Container geworfen hat. Clemens Heck fischte den Rahmen samt Plakat wieder heraus und nahm sich seiner an. Damals nahm er sich fest vor: „Am 16. November 2018, wenn das Plakat genau 100 Jahre alt ist, übergebe ich es dem dann amtierenden Bürgermeister!“

Ohne zu viel von seinem Anliegen preiszugeben, vereinbarte Clemens Heck also an diesem Stichtag einen Termin und übergab dem verblüfften Bürgermeister Frank Volk das besondere Geschenk. „Ich beschäftige mich privat viel mit Heimat- und Familienforschung“, erklärte Volk erfreut, „daher weiß ich den Wert des Plakats sehr zu schätzen!“
Der Druck soll nun seinen Platz im Museum im Alten Rathaus finden.