Auf zum Martinszug durch die Neckargemünder Altstadt!

Am Dienstag, den 6. November, zieht ab 18:15 Uhr der Martinszug durch die Altstadt Neckargemünds. Die Aufstellung erfolgt gleich nach dem Kindernachmittag auf dem Bohrermarkt am Elsenzweg Ecke Evian-Brücke. Angeführt von St. Martin und dem Bettler bewegt sich der Zug durch die Bahnhofstraße, Hauptstraße, Julius-Menzer-Straße in den Menzer-Park vor die festlich beleuchtete Menzer-Villa. Dort werden Martinslieder von den Blechbläsern der Musikschule gespielt und alle Kinder singen mit. Die Martinsgeschichte wird vorgelesen und die Martinsmännchen werden ausgeteilt. Die Helfer des Kindergartens am Feuertor halten heiße Getränke für Jung und Alt bereit. Die Stadtverwaltung Neckargemünd bittet Kinder und Eltern sich zahlreich mit vielen bunten Laternen (keine Fackeln) am Martinszug zu beteiligen und so diesen alten Brauch lebendig zu erhalten.

Hintergrund

Der Gedenktag des Bischofs Martin von Tours am 11. November fällt in das zu Ende gehende Kirchenjahr. Martin wurde 316/17 im heutigen Szombathely in Ungarn geboren, war zunächst Soldat, ließ sich taufen und wurde als Schüler des Hilarius von Poitiers 371 zum Bischof von Tours gewählt. Er starb am 8. November 397. Der  Überlieferung nach teilte er während seiner Soldatenzeit am Stadttor von Amiens seinen Mantel mit einem frierenden Bettler. Für evangelische Christen ist der 11. November zugleich der Tauf- und Namenstag Martin Luthers. Am 11. November begann vermutlich ursprünglich die achtwöchige Adventszeit als Vorbereitung auf das Fest der Erscheinung am 6. Januar (Martinsfasten). Im weltlichen Bereich war Martini ein wichtiger Vertrags-, Abgaben- und Markttermin. Der Brauch, den Tag bzw. seinen Vorabend mit Lichter- und Lampionumzügen zu begehen, breitet sich erst viel später aus und stellt vielerorts ein bedeutsames Stück ökumenischen, evangelische und katholische Christen verbindenden Brauchtums dar. (entnommen aus „Das Kirchenjahr“ von K.-H. Bieritz)