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Tourist-Information
Neckarstraße 21
69151 Neckargemünd
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Fax: 06223 / 73784
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Öffnungszeiten:
Mo, Di, Do, Fr:  
9.00 bis 18.00 Uhr
Mi, Sa: 9.00 bis 13.00 Uhr


Jugendherberge Dilsberg

Derzeit geschlossen!

Wiedereröffnung geplant für 2018

Mittelalterliches Gebäude: Jugendherberge Dilsberg

Die Jugendherberge Dilsberg liegt in vorzüglicher Lage inmitten der die Gemeinde Dilsberg umfassenden Stadtmauer. Sie bietet einen herrlichen Blick hinab ins Neckartal. Ihr Torturm ist zugleich Zugang zum Ort Dilsberg.

Die Herberge verfügt über 78 Betten in 19 Schlafräumen, überwiegend 4- ,6- und 8- Bettzimmer. 16 Zimmer sind mit Fließwasser ausgestattet. Es gibt zwei Wasch/Duschräume. Für Betreuer stehen 5 Zimmer zur Verfügung.
Das Haus hat drei Tagesräume und einen Spielraum.

In der Jugendherberge stehen Ihnen folgende Einrichtungen zur Verfügung: Fernsehgerät, Leinwand, Tischtennis, Tischfußball und Unterhaltungsspiele. Auf der Terrasse, mit Blick in das Neckartal, befindet sich eine weitere Tischtennisplatte sowie ein Freiluftschachspiel.

Innenhof der Herberge

Jugendherberge Dilsberg, Untere Strasse 1, 69151 Neckargemünd
Wegen derzeitiger Schließung Anfragen über Jugendherberge Heidelberg
Tel.: 06221-651190

Zur Geschichte der Dilsberger Jugendherberge:

Ab 1921 dient der Dilsberger Torturm und sein Nebenhaus (Nachtwächterhäuschen) als „Wandervogelnest“. Die Gemeinde Dilsberg vermietet der Heidelberger Wandervogelgruppe von Rudolf Müller die beiden Gebäude. Mit tatkräftiger Unterstützung des Dilsberger Hauptschullehrers König renovieren die jungen Leute ihr Quartier. Die Wiederherstellungskosten werden - bedingt durch die Inflation - am 15.8.1923 mit 25.000.000 Mark veranschlagt.

Saal in der Herberge

In den Folgejahren werden hier unter anderem Hochzeiten gefeiert. Ein beliebter Spaß der Wandervögel ist das nächtliche Läuten der Bürgerglocke (dieses Kleinod aus dem Jahr 1732 hängt im Torturm) mit dem sie die Anwohner aus dem Schlaf reißen. Die Schlafstatt der Wanderer besteht (laut Zeitzeugen) lediglich aus einer mit Brettern gefassten Strohschütte.

Jugendherbergen sollten ihren Gästen zu dieser Zeit folgenden Schlafkomfort bieten: Ein mit Stroh gestopfter Sack, ein Kopfpolster, zwei Betttücher und eine Wolldecke (so die Überlegungen Richard Schirrmanns, Gründer des Jugendherbergswerks 1909). Es sollte je einen Schlafsaal für Mädchen und für Jungen geben. Die Kinder sollten angehalten werden, ihre Lagerstätte bei Abreise „fein säuberlich in Ordnung zu bringen“.

  • 1924: Gründung der Jugendherberge in Dilsberg. Als die Gemeinde den Wandervögeln wegen Eigenbedarf kündigen will, tritt Müller mit seiner Gruppe geschlossen dem Badischen Jugendherbergsverband (e.V.) bei. Somit gilt Gemeinnutz vor Eigennutz und das Quartier bleibt der wandernden Jugend erhalten. Müller übergibt den Torturm und das Nachtwächterhäuschen in Untermiete dem Verband.
  • 1933: Sämtliche Jugendverbände werden am 10. April 1933 durch die Nationalsozialisten zwangsweise in die Hitlerjugend eingegliedert. Kurz zuvor, am 1. April, kauft der Badische Jugendherbergsverband das Haus Leibfried an. Dieses ehemalige Zehnthaus der Gemeinde, gleich neben dem Torturm, wird im Folgejahr abgerissen. An gleicher Stelle erhält die Jugendherberge einen Anbau mit einem Durchbruch zum Torturm. Die Nutzfläche der Herberge erhöht sich so auf das drei- bis vierfache.
  • 1935: Im Frühjahr halten alle Gaugeschäftsführer in der JH Dilsberg eine Arbeitstagung ab. Gebietsführer Johannes Rodatz, der die Arbeitstagung leitet, lädt auch Richard Schirrmann dazu ein. Der den neuen Machthabern offensichtlich unbequeme Gründer des Jugendherbergswerks wird noch am ersten Abend von einigen HJ-Führern überfallen und mit einer Gaspistole in die Augen geschossen. Schirrmann erleidet hierbei eine bleibende Augenverletzung.
  • 1939: Seit Beginn des Zweiten Weltkriegs wird die JH Dilsberg als Erholungsort für Kinder aus dem ganzen Reich genutzt. Später - bis März 1945 - auch als Wehrertüchtigungslager.
  • 1945: Nach Kriegsende beschlagnahmt die Gemeinde Dilsberg die Jugendherberge. Sie nutzt das Haus als Rathaus sowie als Sammelstelle für Vertriebene. In den Folgejahren werden Vertriebenenfamilien hier einquartiert.
  • 1949: Am 15 April öffnet ein Teil des Hauses wieder als Jugendherberge seine Pforten. Den Torturm und das Nachtwächterhäuschen vermietet die Gemeinde jedoch noch an Privatpersonen.
  • 1953: Die JH Dilsberg verfügt über 60 Betten und verzeichnet 11.259 Übernachtungen in diesem Jahr. Die gute Auslastung zeigt, wie beliebt die „Juhe“ bereits wieder ist. Auch als Schullandheim fungiert sie seit dieser Zeit.
  • 1955: Die Gemeinde überlässt dem Jugendherbergswerk wieder den Torturm und das Nachtwächterhäuschen, jeweils mit langfristigen Verträgen. Die beiden Gebäude werden renoviert. Anschließend werden die Küche und die Herbergselternwohnung hierher verlegt.
  • 1974: Zum 50-jährigen Bestehen vergrößert und modernisiert der Verband seine Dilsberger Jugendherberge. Für mehr als 600.000 DM entsteht eine moderne Großküche und eine neue Herbergselternwohnung. Den Gästen stehen nunmehr 77 Betten zur Verfügung.
  • 2002: Die im Torturm befindliche Dilsberger Bürgerglocke wird instand gesetzt. Der Dachstuhl wird renoviert, der Stundenschlag repariert. Ein zweites Ziffernblatt wird auf der Innenseite des Torturms angebracht, so wie es bis 1954 im Originalzustand der Fall war. Die Renovierungskosten in Höhe von mehr als 15.000 Euro spendet die Dilsberger Bürgerschaft.
  • 2004: Die JH Dilsberg feiert ihr 80-jähriges Bestehen.