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Geschichte von Waldhilsbach

Die kleine Gemarkung von Waldhilsbach liegt auf der Südostabdachung der Königstuhlscholle am Südrand des Buntsandsteinodenwaldes in 180 – 325 m Höhe. Der Ort ist umgeben von Acker- und Wiesenland mit zahlreichen Obstbäumen.

Waldhilsbach Schulstraße

1312 wird Waldhilsbach als „Hulsbach“ erstmals urkundlich erwähnt. In einer Urkunde aus dem Jahr 1350 wird der Name des Ortes mit „Hilrspach“ angegeben. Der Name lässt sich nicht mit Sicherheit deuten; vielleicht ist er von einem Personennamen Hildeger o. ä. abzuleiten. Waldhilsbach entstand wohl im Hochmittelalter als eines der letzten Rodungsdörfer am Königstuhl. Der Ort war lange Zeit nur eine kleine Siedlung. Die früheren Herrschaftsverhältnisse im Ort sind ungeklärt. Waldhilsbach gehörte zur Meckesheimer Zent und somit wohl auch zum staufischen Reichsland um Wimpfen. Das Dorf hatte aber noch im 14. Jahrhundert eine eigene Ortsherrschaft und war nicht Eigenbesitz des Dilsbergs. Um 1400 erwarb Landschad von Steinach die adlige Ortsherrschaft von einem unbekannten Vorbesitzer. Seine Gemahlin Adelheid von Neipperg verkaufte die Herrschaft 1414 an die Bruderschaft des Heidelberger Hofgesindes. Im 15. und 16. Jahrhundert war Waldhilsbach daher besonders mit dem Heidelberger Hof verbunden. Als unmittelbar pfälzischer Ort musste Waldhilsbach nach mehrmaligem Konfessionswechsel das reformierte Bekenntnis annehmen. In der Reformationszeit wurde Waldhilsbach dem pfälzischen Unteramt Dilsberg zugeordnet. Im Laufe des pfälzischen Erbfolgekrieges zogen die Franzosen unter Mélac im Jahr 1689 zweimal durch den Ort, um einen Handstreich gegen Neckargemünd zu führen (der jedoch misslang). Daran erinnert ein Denkstein auf dem Weg nach Neckargemünd mit dem Namen „Mélac-Pass“.

1803 wurde der Ort badisch und dem Amt Neckargemünd unterstellt. Von 1857 bis 1863 gehörte Waldhilsbach zum Amt Eberbach, danach zum Amt Heidelberg. Ein Rathaus wurde erst im 19. Jahrhundert eingerichtet. Es kam nach 1876 in die einstige katholische Schule (Hauptstr. 21). 1912 wurde das neue Rat- und Schulhaus bezogen.

Im Mittelalter waren die Einwohner als Ausleute zunächst Leibeigene der Kellerei Dilsbergs, bis ihre Leibeigenschaft mit dem Übergang der Ortsherrschaft an die Pfalz aufgehoben wurde. Die meisten Menschen lebten weiterhin von der Landwirtschaft. Das Bauerngut war in kleine Parzellen zersplittert. Nachdem die Kriegsverluste des 16. Jahrhunderts erst gegen Mitte des 18. Jahrhunderts ausgeglichen waren (1577: 130 Einwohner, 1727: 92 Einwohner), gab es ein stetiges Bevölkerungswachstum. Allerdings reichte die landwirtschaftliche Existenzgrundlage schon gegen Mitte des 19. Jahrhunderts nicht mehr aus. Zusätzliche Verdienstmöglichkeiten bot die Waldarbeit im Heidelberger Wald, im späten 19. und beginnenden 20. Jahrhundert kam das Pendlerwesen auf. Zahlreiche Familien wanderten aufgrund der bitteren Armut nach Amerika aus. Zu Beginn des 2. Weltkrieges war die Bevölkerung auf rund 500 Einwohner angewachsen, ein weiterer Zustrom kam durch die Heimatvertriebenen aus dem Osten. Seit Ende der 50er Jahre besaß die Landwirtschaft keinerlei wirtschaftliche Bedeutung mehr. Die wirtschaftliche Entwicklung war durch die ungünstige Verkehrslage und die beengten Verhältnisse auf der Gemarkung behindert. Dies bot jedoch Vorteile anderer Art: Waldhilsbach liegt idyllisch und ruhig von Wald umgeben, so gewann der Ort an Bedeutung für den Ausflugsverkehr von Heidelberg her und hat sich in den letzten Jahrzehnten verstärkt dem Ausbau des Fremdenverkehrs gewidmet.

Seit 1974 ist Waldhilsbach ein Stadtteil Neckargemünds.