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Geschichte von Mückenloch

Mückenlochs Gemarkung zieht sich längs des Neckars vom Osthang des Dilsbergspornes im Westen bis zum Finsterbachtal im Osten. Das ganze Gebiet liegt am Südrand des Buntsandsteinodenwaldes. Der Siedlungskern liegt im südlichsten Teil der einstigen Neckarschlinge um den Kirchberg. In etwa drei Kilometer Entfernung vom Hauptort liegt westlich der Einmündung des Finsterbachs in den Neckar der Ortsteil Neckarhäuserhof.

Mückenloch Gesamtpanorama

Der Name „Mucgenloch“ wurde 1273 erstmals urkundlich erwähnt. Er ist wahrscheinlich ganz wörtlich zu erklären. Mückenloch ist eine der spätesten Rodungssiedlungen, die im herrschaftlichen Wald an den Neckartalhängen angelegt wurde. Gründer waren vermutlich die Grafen von Lauffen oder ihre Vorgänger. Die Anfänge des Dörfchens liegen vor dem Bau der Burg Dilsberg, also im 12. oder 13. Jahrhundert.

Auf Mückenlocher Gemarkung hat vermutlich noch im Hochmittelalter das Zisterzienserkloster Schönau von seinem gegenüberliegenden Hof Neckarhausen aus einige Äcker angelegt. Erst im 18. Jahrhundert hat sich durch weitere Rodung der Neckarhäuserhof gebildet. Mückenloch gehörte zur Meckesheimer Zent und unterstand mit dieser seit 1330 der pfälzischen Oberhoheit. Die Ortsherrschaft jedoch stand den Dorfgründern, später wohl den Grafen von Lauffen als Herren des Dilsbergs zu. Sie war ein Lehen des Bistums Würzburg. Im Lauf des 15. Jahrhunderts ging die Grundherrschaft auf die Ritter von Hirschhorn über. 1632 fiel das Dorf durch Aussterben der Hirschhorner an das Bistum Würzburg zurück, wurde 1691 an die Pfalz abgetreten. Die Pfalz trat Mückenloch sogleich wieder als Pfand an Würzburg ab. Bei der Rücklösung 1740 kam Mückenloch zum Unteramt Dilsberg. Mit diesem ging es 1802/3 in Baden und im Amt Neckargemünd auf.

Vermutlich bestand schon seit der Anfangszeit des Dorfes eine Pfarrei in Mückenloch. Wahrscheinlich war aufgrund der Siedlungsgeschichte der Pfarrer von Neckarsteinach zuständig. Die Mückenlocher Pfarrkirche war dem Hl. Cyriakus geweiht, hatte einen Friedhof und ein Pfarrhaus. Außerhalb, in der Feldmark, gab es noch eine Kapelle, die Wendelin geweiht war. Die Reformation hatte auch Auswirkungen auf Mückenloch: Die Ritter von Hirschhorn als Kirchenherren führten den lutherischen Glauben ein.

Mückenloch wurde stets von den verschiedenen Kriegsereignissen, die sich um den Dilsberg abspielten, in Mitleidenschaft gezogen. Schriftliche Quellen fehlen jedoch fast vollständig.

In historischer Zeit waren die meisten Einwohner von Mückenloch sehr arm. Die meisten Menschen arbeiteten im Steinbruch oder in der Land- und Waldwirtschaft, teilweise als Tagelöhner. Der Ort begann erst vom 18. Jahrhundert an allmählich zu wachsen. Der große Einschnitt in der Bevölkerungsentwicklung durch den Dreißigjährigen Krieg war in Mückenloch anscheinend erst gegen 1800 wieder ausgeglichen. Einen ersten Höhepunkt erreichte die Bevölkerungszahl 1890 mit 704 Einwohnern. Mit der Anlage der Neckarhäuserhofstraße 1908 wurde erstmals der alte Ursprung gesprengt. 1907 wurde die erste Gemeindewasserversorgung mit Hausanschlüssen eingerichtet. Der Hauptort erhielt 1923, der Neckarhäuserhof 1927 elektrischen Strom. Seit 1950 wurde das Kanalnetz vollständig ausgebaut. Nach dem 2. Weltkrieg erhöhte sich die Einwohnerzahl aufgrund des Zuzuges von Ostflüchtlingen um nahezu 50 %. Die Gemeinde vollzog den Übergang von einer Landwirtschaftsgemeinde zur Arbeiterwohngemeinde. Statt in der Landwirtschaft arbeiteten die meisten Menschen als Fabrikarbeiter in Heidelberg-Rohrbach, Neckarsteinach und Neckargemünd. Erst 1963 begann eine Neubautätigkeit in größerem Umfang, bedingt durch den Zuzug bauwilliger Städter.

Mückenloch wurde 1975 im Zuge der Verwaltungsreform nach Neckargemünd eingemeindet.