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Geschichte des Stadtarchivs Neckargemünd

Archivierte Bücher

So mancher wird sich fragen, ob es schon einmal ein Stadtarchiv in Neckargemünd gegeben hat und was davon noch übrig ist. Es sei vorab klargestellt, dass das freilich keine öffentliche kulturelle Einrichtung war, wie es heutzutage die Stadtarchive sind. Hinsichtlich der zweiten Frage können wir Sie beruhigen: Es ist viel übrig (auch wenn so manches Kleinod in den letzten 50 Jahren verschwunden ist), und das Archiv ist einen Besuch wert. So sind die Stadtrechnungen seit 1640 erhalten, dazu Beilagen mit zahlreichen Steuerlisten, die den Sozialhistoriker, aber auch den Familienforscher besonders interessieren könnten. Weiter liegen im Stadtarchiv Ratsprotokolle seit 1702, verschiedene Grund- und Lagerbücher, Feuerversicherungsbücher, Armenratsprotokolle aus dem 19. neben umfangreichem Aktenmaterial aus dem 18., 19. und 20. Jahrhundert.
Neckargemünd war eine (kur-)pfälzische Stadt seit ihrer Verpfändung an die Pfalzgrafen bei Rhein 1330 und eine badische Stadt seit 1806. Durch die Forschungen von Meinrad Schaab über die Geschichte der Kurpfalz wissen wir, dass das pfälzische Territorium seit dem ersten Drittel des 14. Jahrhunderts eine "ausgebildete" Lokalverwaltung hatte, seit 1290 sind Abrechnungen mit Amtsleuten bezeugt. Auch Neckargemünd hatte sicher die Urkunden, die die Rechte der Stadt festlegten, bewahrt. In das sogenannte Privilegienbuch wurden 1758 die Urkunden und ihre Bestätigungen eingetragen. Es ist heute ein Kernbestandteil des Neckargemünder Archivs.
Der andere Teil setzt sich im wesentlichen aus Rechnungen und Rechnungsnachweisen sowie Steuerlisten zusammen. Aus den Rechnungen des 16. Jahrhunderts war zu entnehmen, dass die Stadt Einnahmen aus der Verwahrung von Urkunden und Briefen im Stadtgewölbe verbuchte, die erste Erwähnung einer Art von Archiv also; aber diese Art der Aufbewahrung wird damals schon eine längere Tradition gehabt haben. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurden öfters wegen Kriegsgefahr Urkunden der Stadt Neckargemünd gegen ein Entgelt im Lagerhaus von Heilbronn aufbewahrt.
Die Ordnung der Akten, von denen nur noch wenige aus dem 17., aber eine ganze Reihe aus dem 18. Jahrhundert erhalten sind, bleibt bis zum 19. Jahrhundert im Dunkeln. Aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, der "klassischen Epoche des Registraturstils" (Enders), sind 2 Repertorien (Verzeichnisse) überliefert, die Archiv und Registratur in einem erfassten. Spuren intensiver Neuordnung von Registratur und Archiv, bei der auch erstmals die Archivalien mit dem Aufdruck "Stadtarchiv" versehen wurden, stammen vermutlich aus dem späten 19. Jahrhundert, als Professor Salzer aus Heidelberg im Auftrag der badischen historischen Kommission die Akten nach der Registraturordnung von 1843 nach Sachbetreffen ordnete. Nach der Einführung einer neuen badischen Registraturordnung (für die nicht unter die Städteordnung fallenden Gemeinden) durch den Kanzleirat Külby 1905 brachte man das nun anfallende Aktengut in Neckargemünd in eine Systematik, die bis in die späten 60er Jahre dieses Jahrhunderts beibehalten wurde. Letzte Spuren von Ordnungsarbeiten im Archiv findet man aus der Zeit um 1930, als die Bände chronologisch geordnet und mit Etiketten versehen wurden. In der Kriegs- und Nachkriegszeit gerieten die Archivalien wohl auf Dachböden. Erst 1963/64 wurden sie zumindest entstaubt, in den achtziger Jahren wurden sie in die Kellerräume der Villa Menzer verbracht.
Einen weiteren Bestandteil des Stadtarchivs stellen die Archive und Altregistraturen der ehemals selbständigen Gemeinden Kleingemünd (1860-1906), Dilsberg (bis 1972), Waldhilsbach (bis 1973) und Mückenloch (bis 1974) dar, die in den jeweiligen Ortsratshäusern ungeordnet aufbewahrt wurden. Die Überlieferung von Schriftgut der Ortsteile beschränkt sich im wesentlichen auf das 19. und 20. Jahrhundert, vereinzelt auch auf die Zeit vor 1800.
Nachdem die einzelnen Bestände bis dahin an verschiedenen Orten aufbewahrt wurden, vereinigte man im Jahre 2000 das gesamte Schriftgut des Archivs in einem neu eingerichteten Magazin im Rathaus des Stadtteils Mückenloch. Dort befinden sich auch die Räumlichkeiten zur Einsichtnahme des Archivguts und die Archivbibliothek.