Das Steueramt informiert:

Verpflichtung zur Zahlung der Grundsteuer, obwohl das Grundstück bereits verkauft wurde

„Warum muss ich die Grundsteuer noch bezahlen? Das Grundstück wurde doch bereits verkauft.“ Mit dieser Frage wenden sich betroffene Steuerzahler an das Steueramt und die Stadtkasse. Diesen oftmals unverständlichen Vorgang wollen wir hier erklären:

Das Eigentum an einem Grundstück geht erst mit der Eintragung ins Grundbuch vom Verkäufer auf den Erwerber über. Der unterzeichnete und notariell beurkundete Kaufvertrag bewirkt dies also noch nicht. Nach erfolgtem Grundbucheintrag erhält der Erwerber einen Grundsteuermessbescheid vom Finanzamt und die Stadtverwaltung automatisch eine Kopie. Anhand dieses Grundsteuermessbescheids erstellt die Stadtverwaltung den Grundsteuerbescheid, welcher die Grundlage für die Zahlung der Grundsteuer ist. Die Umschreibung der Grundsteuer auf den neuen Eigentümer findet aufgrund gesetzlicher Regelungen immer zum 1. Januar des auf die Eintragung ins Grundbuch folgenden Jahres statt. Vereinbarungen zur Übernahme der Grundsteuer im Kaufvertrag haben nur privatrechtliche Bedeutung zwischen dem Verkäufer und Erwerber des Grundstücks und wirken nicht gegenüber der Stadt.

Ein Beispiel soll den zeitlichen Ablauf verdeutlichen: Der Kaufvertrag wird vor einem Notar im Dezember 2017 unterschrieben. Die Eintragung im Grundbuch erfolgt im Februar 2018. Die Grundsteuerpflicht wechselt daher erst zum 01.01.2019! Mögliche Überzahlungen bei der Stadt werden selbstverständlich erstattet. Sprechen Sie deshalb die anteilige Begleichung der Grundsteuer mit der anderen Vertragspartei privatrechtlich ab.

Fragen beantwortet Ihnen gerne das Steueramt, Tel. 06223 804-310.